Irantageszusammenfassung

Iran-Krieg Tagesbericht: Tag 8 — Samstag, 7. März 2026

Hintergrund: Wie dieser Krieg begann

Am 28. Februar 2026 starteten die Vereinigten Staaten und Israel eine koordinierte Militäroperation gegen den Iran. Die Operation mit dem Codenamen „Epic Fury“ begann mit massiven Luftangriffen auf Teheran und andere iranische Städte und hatte von Beginn an ein klares Ziel: die militärische Führung der Islamischen Republik zu zerschlagen. Noch in den ersten Stunden wurde der Oberste Führer Ali Khamenei getötet — zusammen mit mehreren ranghohen Kommandeuren der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Was in den Wochen zuvor als scharfe Rhetorik galt, war mit diesem Schlag zur Realität geworden: Erstmals seit Jahrzehnten führen die USA und Israel gemeinsam einen offenen Krieg gegen den Iran.

Tag 8: Teheran brennt — Öllager und Flughafen getroffen

In der Nacht auf Samstag und im Laufe des heutigen Tages hat sich die Intensität der Angriffe noch einmal deutlich erhöht. Über Teheran stieg Rauch auf — Bilder zeigten Feuer am Stadtrand nahe dem Flughafen Mehrabad. Laut dem israelischen Militär wurden erneut mehrere tausend Ziele in Iran angeflogen. Besonders folgenschwer: Erstmals wurden gezielt Öl-Lagerstätten und Treibstoffdepots in Teheran angegriffen — rund 30 Tanks stehen in Flammen. Israel nennt dies den Beginn einer neuen Phase des Krieges.

US-Präsident Donald Trump kommentierte die Lage früh morgens mit den Worten: „Today Iran will be hit very hard!“ Gleichzeitig lehnte Trump erneut jegliche Verhandlungen ab und besteht auf der bedingungslosen Kapitulation Teherans. Ein neues Waffenpaket für Israel in Höhe von 151 Millionen Dollar wurde genehmigt.

Der Iran: Führungslos im Krieg

Der Tod Khameneis hat eine tiefe Führungskrise ausgelöst. Derzeit regiert ein dreiköpfiger Übergangsrat das Land, während der Expertenrat — 88 religiöse Würdenträger — einen neuen Obersten Führer bestimmen soll. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Mojtaba Khamenei (56), der Sohn des getöteten Führers. Obwohl keine formelle Ankündigung vorliegt, gilt seine Ernennung als weitgehend beschlossen. Trotz der Führungskrise kämpfen die Revolutionsgarden weiter — nach Einschätzung von Analysten weitgehend autonom. Das erklärt, warum selbst die öffentliche Entschuldigung von Präsident Masoud Pezeshkian an die Nachbarstaaten ohne Wirkung blieb: Er entschuldigte sich für Aktionen, die er offenbar selbst nicht kontrolliert.

Menschliche Bilanz: Über 1.300 Tote im Iran

Die humanitäre Lage im Iran ist katastrophal. Seit Beginn der Angriffe am 28. Februar wurden mindestens 1.332 Menschen getötet — die überwiegende Mehrheit Zivilisten. Schulen, Krankenhäuser und historische Stätten wurden getroffen. Bei einem israelischen Angriff auf eine Mädchenschule im südlichen Minab kamen laut iranischen Behörden 180 Kinder und Lehrerinnen ums Leben. Im Libanon wurden bislang mehr als 200 Menschen getötet, hunderttausende sind auf der Flucht. Sechs US-Soldaten starben bei einem iranischen Angriff auf einen Stützpunkt in Kuwait. In Israel verloren mindestens elf Menschen ihr Leben.

Die Golfstaaten: Angegriffen, aber nicht im Krieg

Zum ersten Mal in der Geschichte wurden alle sechs Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates (GCC) gleichzeitig angegriffen: Bahrain, Kuwait, Katar, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. In den VAE wurden 186 ballistische Raketen und über 800 Drohnen abgefangen. Emirates und andere Fluggesellschaften suspendierten Teile ihres Flugbetriebs. Katar hat seinen LNG-Export — 20 Prozent des weltweiten Flüssiggasmarkts — vollständig eingestellt. Saudi-Arabiens größte Ölraffinerie ist zeitweise ausgefallen.

Trotz allem wollen die Golfstaaten keine aktiven Kriegsparteien werden. Der politische Wissenschaftler Dania Thafer aus Doha fasst das Dilemma zusammen: Die Staaten sind Gastgeber Zehntausender US-Soldaten, geografisch nah am Iran und wirtschaftlich extrem verwundbar — ein Gegenangriff würde sie endgültig in den Krieg hineinziehen.

Die Straße von Hormus: Welthandel in Gefahr

Ein Kommandeur der Revolutionsgarden erklärte die Straße von Hormus offiziell für „geschlossen“. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge — die täglich ein Fünftel des weltweiten Öls und große Mengen Flüssiggas transportiert — ist nahezu zum Erliegen gekommen. Fünf Öltanker wurden beschädigt, rund 150 Schiffe stecken in der Region fest. Der Ölpreis überschritt am Freitag die Marke von 90 Dollar pro Barrel — ein Anstieg von 36 Prozent innerhalb einer Woche und der größte wöchentliche Anstieg, der je gemessen wurde.

Andere Kriegsschauplätze

Der Konflikt ist längst kein bilaterales Geschehen mehr. Der Libanon wird täglich von israelischen Angriffen getroffen, UN-Friedenssoldaten wurden verletzt. Im Irak warnen die kurdischen Behörden davor, ihr Territorium als Abschussrampe gegen den Iran zu nutzen. In Syrien explodierte ein abgestürztes Drohnenwrack in Daraa. Jordanien geriet ins Kreuzfeuer von Raketenangriffen auf Israel. Im Indischen Ozean versenkte ein US-U-Boot ein iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka. Die Huthi-Rebellen im Jemen drohten mit weiterer Eskalation.

Die Welt schaut zu — und ist gespalten

Im UN-Sicherheitsrat verurteilten Russland und China die Angriffe scharf. Peking bezeichnete die Tötung Khameneis als „schwerwiegende Verletzung der Souveränität“ und forderte einen sofortigen Waffenstillstand. Eine Resolution blieb jedoch aus — blockiert durch westliche Vetomacht. Militärisch halten sich beide Länder heraus. Europa reagiert besorgt, ohne eine gemeinsame Position zu finden.

Einschätzung

Acht Tage nach Kriegsbeginn zeichnet sich keine Annäherung ab. Trump besteht auf Kapitulation, Teheran schließt sie kategorisch aus. Die IRGC kämpft weiter — mit oder ohne politische Führung. Die ersten 100 Kriegsstunden kosteten laut Schätzungen bereits 3,7 Milliarden Dollar. Der Iran kämpft nicht um einen militärischen Sieg — den kann er gegen das US-israelische Bündnis nicht erringen. Er kämpft darum, diesen Krieg so teuer wie möglich zu machen: für die USA, für Israel, für die Welt. Die Frage ist, ob dieser Kalkül aufgeht — oder ob er den Iran in eine Niederlage führt, bevor die Weltöffentlichkeit den Druck auf Washington erhöhen kann.


Quellen: ZDF Heute, Tagesspiegel, Al Jazeera, CNN, Bloomberg, NPR, Gulf News, SRF, Carnegie Endowment, Chatham House, UN News, 20 Minuten | Stand: 7. März 2026, 22:00 Uhr

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