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UN-Ermittlungen: Israelische Panzer und mutmaßlich Hisbollah für Tod von Blauhelmen verantwortlich

Nach vorläufigen Ermittlungen der Vereinten Nationen ist ein indonesischer UN-Friedenssoldat im Libanon durch einen Beschuss aus einem israelischen Panzer getötet worden. Zwei weitere Blauhelme kamen durch eine improvisierte Sprengvorrichtung ums Leben, die laut UN-Angaben höchstwahrscheinlich von der Hisbollah gelegt wurde. Dies gab der UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag bekannt.

Die Untersuchung basiert auf physischen Beweisen vor Ort, darunter Fragmentanalysen am Einschlagort. Demnach wurde der UN-Soldat von einem 120-mm-Geschoss eines israelischen Merkava-Panzers getroffen. Die beiden anderen Opfer starben durch eine Sprengfalle, deren Herkunft noch nicht endgültig geklärt ist, die jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit der schiitischen Miliz Hisbollah zugeschrieben wird.

Die UN-Friedenstruppe UNIFIL ist seit 1978 im Süden des Libanon stationiert, um die Waffenstillstandslinie zwischen Israel und dem Libanon zu überwachen. Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich im Zuge der eskalierenden Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah in der Grenzregion. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verletzungen der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats vor, die die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon vorsieht.

Die indonesische Regierung hat bereits eine umfassende Untersuchung des Vorfalls gefordert und kündigte an, sich für eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen einzusetzen. Israelische Militärsprecher äußerten sich bisher nicht zu den Vorwürfen, betonten jedoch, dass ihre Truppen ausschließlich auf Hisbollah-Ziele schießen würden.

Quellen: Al-Monitor, Middle East Monitor

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